Ist Street View, Googles Bruch mit dem Motto "Don’t be evil"?

Quelle: Piratenupdate

29. November 2010
Artikel von

Google StreetView

Seit einigen Tagen wird Google Street View nun auch in Deutschland angeboten und grundsätzlich spricht nichts dagegen, wenn eine Person durch eine Stadt geht und Fotos von Fassaden macht. Google macht eigentlich auch nichts anderes!
Wer zeigt nicht gerne seinen Freunden Urlaubsbilder, auf denen Straßen, aber auch Personen zu sehen sind? Wer würde nicht gerne, bevor er irgendwo hinreist, sich die Stadt schon mal ansehen? Genau das ermöglicht Google Street View ohne dabei Kosten für den Benutzer zu verursachen oder die Umwelt durch Co²-Ausstoß zu belasten. Doch all zu oft kommen dabei auch Personen oder Autos vor die Linse. Genau damit sorgte Google aber für den heiklen Anteil dieser Thematik, denn wenn das einer Privatperson passiert, ist es in der Regel kein Problem. Doch da Google es nun mal in solch einer enormen Menge macht, entstehen auch ganz neue Schwierigkeiten.

Das Recht auf private Fotografien war nie eine Schwierigkeit und spielt hier auch kaum eine Rolle. Aber das Recht von Unternehmen, Fotos anzufertigen wird damit auf den Prüfstand gestellt und das mit Hiobsbotschafts gleichenden Androhungen der Politik. Denn dabei wird oftmals vergessen, das im normalen Fotografenalltag sehr darauf geachtet wird, keine Privatsphäre von Menschen zu verletzen. Sei dies nun privat oder im Auftrag von Unternehmen, ist dahin gestellt. Was Google zu teilen aber nur nichtig berücksichtigt.
Die Aufregung um Street View wäre wohl kaum so groß, wenn Google wirklich dafür sorgen würde, dass keinerlei Menschen auf den Bildern sind. Das sollte dem Unternehmen eigentlich auch durchaus möglich sein, denn die Wahrscheinlichkeit, dass an einer Stelle bei mehreren Rundfahrten Personen stehen werden, ist zu meist sehr gering. Doch hier scheint Google sich hinter dem Argument des zu enormen Aufwands zu verstecken. Dabei kann man durchaus annehmen, dass Google sich auf ihre Erfahrungen aus den USA stützt, wo derartige öffentliche Resonanz wie in Deutschland nicht wahr zu nehmen war. Für Google kann das aber zum gefährlichen Spiel mit dem Feuer in Deutschland werden, denn das Bewusstsein hierzulande ist für den Datenschutz wesentlich größer und die öffentliche Wahrnehmung ist sehr sorgsam orientiert.
Dabei ist der Weg, welchen Google gewählt hat, der Veröffentlichung seines Hauses per Widerspruch entgegenzuwirken, sicherlich ein angemessener. Doch zeigen die jüngsten Vorfälle von mit Eiern beschmissenen Hausfassaden, welche bei Google Street View aufgrund eines Widerspruchs verpixelt waren, das hier wesentlich mehr Verantwortung übernommen werden muss von Seiten des Unternehmens.
Doch sollte gerade die Politik sich davor hüten, nur auf Grund der Handlungen von Google, das Recht so anzupassen, dass ein solcher Dienst nicht mehr erlaubt wäre. Denn sich selbst wird der Staat die Berechtigung für so etwas sicherlich nicht nehmen, was zu einer enormen und besorgniserregenden Monopolisierung des Fotografierrechtes führen würde.
Die Ideallösung wäre wohl wirklich ein Dienst, der nur öffentliche Objekte und keine Personen zeigt, und bei der Selbstbestimmung des Bürgers, ob die Öffentlichkeit seine Daten vom Staat erhalten darf oder nicht, auch auf seine Besitztümer übertragen wird.

 

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