Auf ACTA folgt CETA folgt …

Quelle: Flaschenpost

15. Juli 2012
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Bild Herakles kämpft mit der Hydra (Public Domain)

Antonio Pollaiuolo: Herakles und die Hydra | PD | Wikimedia Commons

„Herakles trat [der Hydra] unerschrocken entgegen, packte sie kraftvoll und hielt sie fest. Sie aber umschlang einen seiner Füße, ohne sich auf weitere Gegenwehr einzulassen. Daraufhin begann Herakles, mit seiner Keule dem Ungeheuer die Köpfe zu zerschmettern. Anfänglich aber hatte er keinen Erfolg damit, denn kaum hatte er einen Kopf der Hydra zerschlagen, so wuchsen anstatt des einen Kopfes zwei neue nach.“ [Wikipedia, Hydra (Mythologie)]

So wie wohl damals Herakles, müssen sich nun viele der Aktivist*innen fühlen, die sich in den Anti-ACTA-Demonstrationen und Aktionen gegen diese vielköpfigen Monster stellten und stellen. Denn kaum wurde ein Kopf abgeschlagen, tauchen derer gleich mehrere wieder auf.

CETA, INDECT und wie sie noch heißen mögen, sind alle für sich genommen nur weitere Versuche, unsere Grundrechte einzuschränken. Dabei ist es allein schon erschreckend, mit welcher Dreistigkeit und Regelmäßigkeit inzwischen versucht wird, elementare und in unserer Gesellschaft tief verwurzelt geglaubte Rechte zu beschneiden.

Wenn man sich dann noch überlegt, an wie vielen Fronten gleichzeitig diese Versuche gestartet werden, kann einem schon Angst und Bange werden. Dabei sind es nicht so sehr die offensichtlichen Versuche selbst, sondern die dazugehörigen Tricksereien, die ein Klima der Angst und des Misstrauens verursachen, das letztendlich zu einer Lähmung der Gesellschaft führen kann.

Das Traurige dabei ist, dass die Regierungen jedes Vertrauen verspielen und sich selbst handlungsunfähig machen. Inzwischen scheint jeder Antrag und jeder Gesetzesvorschlag mit Misstrauen beäugt werden zu müssen, weil man davon ausgehen muss, dass in Abschnitt 237, Absatz b, Zeile 2 irgendwelche Hintertürchen versteckt sind. Und dieses Misstrauen kann schnell zu einem Kreislauf von Jägern und Gejagten führen, der immer schneller eskaliert. Beide Seiten scheinen immer mehr Angst voreinander zu bekommen, Vertrauen ist nur noch in homöopathischer Dosierung vorhanden.

Diese Angst bestimmt immer stärker unser Handeln und ist einer der Gründe, warum die Diskussionen immer schärfer geführt werden. Ob es um Urheberrechte geht oder um den Schutz der Kinder -  Irrationalität verdrängt Rationalität. Wenn dann noch einige Demagogen hinzukommen, die in dieser Atmosphäre der Angst einen fruchtbaren Boden für ihre Fantasien finden, ist die Katastrophe perfekt und ACTA erhebt sein hässlich’ Haupt.

All diese Abkommen, Pläne, Entwürfe und Vorschläge sind kein Produkt einer „supergeheimen reptiloiden Alienweltverschwörung“, sondern ein ganz reales Ergebnis einer Angstgesellschaft: einer Gesellschaft, in der sich so vieles so schnell ändert, dass etwas, das man erst morgen lernen will, gestern schon veraltet war, einer Gesellschaft, in der alles zu verschwimmen scheint. Schaffen wir es, diese Angst zu überwinden und wieder rational zu handeln, werden hoffentlich auch diese Extrema wieder in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

Herakles erhielt  damals von Iolaos die notwendige Hilfe, um die Hydra niederzuringen. Wer wird unser Iolaos sein?

Quellen:

[Wikipedia, Hydra (Mythologie)] Guinsoo, Wikipedia: Hydra (Mythologie), Online-Publikation, http://de.wikipedia.org/wiki/Hydra_(Mythologie), Stand: 12. Juli 2012 17:00 Uhr

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